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Filderkraut nachhaltig bewahren – Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Filder gegründet




In Anwesenheit von Bruno Krieglstein, Referatsleiter Vermarktung, Marketing und Ernährungswirtschaft im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden Württemberg, Dr. Alexander Wirsig, Geschäftsführer der MBW Marketing- und Absatzförderungsgesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Baden-Württemberg mbH und dem Gastgeber Dr. Michael Ernst, Leiter der Staatsschule für Gartenbau und Landwirtschaft hat sich in den Räumen der Staatsschule Hohenheim die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Filder UG (BEF) (haftungsbeschränkt) gegründet. Zum Geschäftsführer wurde der Mitgesellschafter und Sprecher der Vorgängerorganisation, der IG „Filderkraut“, Dipl.-Ing. Jörg Kimmich bestellt.

Die Erzeugergemeinschaft repräsentiert mit seinen Gesellschaftern Walter Schumacher (Stuttgart-Plieningen), Gebhardt Handte (Filderstadt-Bonlanden), Helmut Gaiser (Neuhausen auf den Fildern), Uwe Beck (Leinfelden-Echterdingen), Simon Knecht (Filderstadt-Harthausen) und Gerhard und Jörg Kimmich (Aichtal-Grötzingen) einen repräsentativen Querschnitt der Fildergemeinden und dem Großteil der noch verbliebenen originalen Landsorten des 2012 geografisch geschützten Filder-Spitzkraut.

Die Aufgaben der gegründeten Gesellschaft beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Erhaltung und Inwertsetzung  von Filderkraut.  Der Trend des Aussterbens dieser regionenprägenden Gemüsesorte soll somit gestoppt werden, so Jörg Kimmich. Dies ist gegenwärtig  nicht mehr gewährleistet, und die kulturell bedeutenden Landsorten drohen auszusterben. Dabei waren es doch gerade die Landwirte mit ihren Landsorten, die diese Kulturpflanze in kleinbäuerlicher Arbeit über Jahrzehnte auf den Fildern bewahrt haben. Nicht einmal im bekannten Wavilov-Institut in St. Petersburg – wo einst die längst ausgestorbene Alblinse wieder entdeckt wurde – ist das Filderkraut mit ihrer einmaligen markanten Form und dem feinen Geschmack zu finden.  Allein der Arbeit und dem Stolz der Filderbauern ist es zu verdanken, dass es diese einmalige Gemüsesorte heute noch gibt. Damit dies weiterhin gewährleistet werden kann, war die Gründung der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft dringend erforderlich.

Nicht nur die Entwicklung nachhaltiger Anbausysteme mit einer bodenschonenden Fruchtfolge, in der das Filderkraut natürlich einen wesentlichen Bestandteil darstellt, wird angestrebt, sondern es sollen auch regionale  Wertschöpfungsketten aufgebaut werden.  Hier geht es um die Chancen für regionale Erzeugnisse und der Verbindung der daraus resultierenden alternativen Vermarktungsszenarien.

Landwirte der Fildern müssen einen Mehrwert für die Erhaltung und Bewahrung haben, denn die beste Bewahrung ist der bewusste Kauf durch einen aufgeklärten Käufer, so Jörg Kimmich.

Des Weiteren wird sich die BEF um Bündelungsfunktionen sowohl in der Samen- und Jungpflanzenzucht als auch in der Anbauberatung bis hin zu gemeinsamen regionalen Vermarktungskonzepten mit Handelspartnern, Gastronomie, Verbraucherinformation und Verbraucherschulung kümmern. Dabei werden vor allem auch Themen wie Gesunde Ernährung, Schülerverpflegung, Urban und City farming,  Alternative Versorgungsstrukturen und nicht zuletzt die Entwicklung des Gemüsebau 4.0 im Mittelpunkt der Arbeit stehen.

 

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